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Die erste Kirchenbanksaison kann in mehrfacher Hinsicht als erfolgreich bezeichnet werden: Viele Leute nutzten das Gesprächsangebot. Auch ist das Projekt in der Seelsorgeeinheit bekannt und immer wieder Anlass für ein Gespräch. Mit diesem Rückenwind soll es in die zweite Kirchenbanksaison gehen, in der die Marke „Die mobile Kirchenbank“ noch expliziter aufgebaut, verbreitet und bekannt gemacht werden soll.
Markenaufbau als Basis von Vertrauen und Kommunikation
Wenn man so will, wird auf der mobilen Kirchenbank eine Dienstleistung angeboten: Ein Nutzer bzw. eine Nutzerin nehmen die Möglichkeit in Anspruch, mit einem kirchlichen Mitarbeiter ein Gespräch über Gott und die Welt zu führen. Der Anbieter kennt sein Angebot und die Qualität. Bei potenziellen Nutzerinnen und Nutzer ist das nicht so. Diese können Befürchtungen oder Unsicherheiten haben, beispielhaft kann die Frage sein: Ist das jetzt eine Art Beichte 2.0? Solche subjektiven Wahrnehmungen können dazu führen, dass Nutzerinnen und Nutzer das Angebot nicht wahrnehmen. Das Gesprächsangebot auf der Kirchenbank kommt den Nutzerinnen und Nutzern subjektiv nahe an die eigene Person heran und unterscheidet sich damit, z.B. von einem Dienstleister, der ein Radio repariert. Ursula Hahmann, eine Expertin für kirchliche Markenentwicklung, fasst das so zusammen: „Bei vielen seelsorgerischen Angeboten und gerade, wenn sie für NutzerInnen neu sind, ist vermutlich von einer ähnlichen Stärke subjektiv möglicher, negativer Konsequenzen auszugehen.“[1]
Wird die mobile Kirchenbank als eine Marke aufgebaut, dient das den verschiedenen Nutzergruppen: Eine Marke erweckt die Vorstellungen, Identifikationen und Abgrenzungen in den Köpfen potenzieller Nutzerinnen und Nutzern. Sie gibt Orientierungshilfe und setzt auf eine nachhaltige NutzerInnenbindung.[2]
Zusammenfassend setzt ein Markenaufbau im optimalen Fall auf ein Qualitätssignal und lässt das subjektive Risikoempfinden reduzieren, weil Vertrauen signalisiert wird.
Beispielhaft wurde das Markensteuerrad[3] als Werkzeug der Identitätsentwicklung genutzt. Anhand dessen kann ein stimmiges Bild der Marke erarbeitet werden, damit die Nutzergruppen ein klares Vorstellungsbild erhalten und subjektives Risiko minimiert werden kann.[4]
| Abbildung 5: Bearbeitetes Markensteuerrad zum Innovationsprojekt |
Als ein wesentliches Ergebnis der Arbeit mit dem Markensteuerrad wird festgehalten: Das bisher verwendete Markenbild hat noch Potenzial in der Signalisierung von Offenheit und Freundlichkeit. Gerade der zugedrehte Rücken auf dem Markenbild wirkt womöglich eher abweisend und schafft eine nicht gewünschte Distanz. Der Slogan „Ihre Geschichte hat auf dieser Kirchenbank einen Platz“ braucht aber Nähe in der Nutzerbeziehung. Überlegungen zu einem sympathischeren Markenbild laufen. Solange wird weiter auf dieses Markenbild gesetzt, denn es zeigt die zu erwartende Situation auf der Kirchenbank.
Die mobile Kirchenbank soll selbst zum Werbeträger der Marke werden, damit diese bekannter wird und verschiedene Nutzergruppen eine positive Einstellung zu ihr gewinnen. Verschiedene angedachte Wege zur Umsetzung sollen im folgenden Kapitel vorgestellt werden.
Umsetzung in Maßnahmen der Kommunikation
Wer die Stichworte mobil und Kirchenbank im Hochschwarzwald hört, soll unweigerlich an das Projekt denken. Das Markenbild, das Logo, die Werbetexte und Werbeplakate sollen im Hinblick auf ein Corporate Design etabliert werden.
In der Zeit von Oktober 2017 bis März 2018 war die Kirchenbank in mehreren kirchlichen Gruppierungen zu Gast. In der Kolpinggruppe, dem Altenwerk und den Gemeindeteams wurde das Projekt vorgestellt und die Bekanntheit weiter gesteigert. Gerade eine positive Mund-zu-Mund-Kommunikation[5] hilft bei der Etablierung eines neuen pastoralen Projektes. Nicht wenige Gemeindemitglieder sind sogar stolz auf das Projekt und identifizieren sich zunehmend mit der mobilen Kirchenbank.[6]
Auch für die Nutzergruppe Kurgäste konnten konkrete Maßnahmen zur Steigerung der Bekanntheit erreicht werden: Für die zweite Kirchenbanksaison konnte nach erneuten Gesprächen die HTG als Kooperationspartner gewonnen werden. Diese werden in ihrer Gästezeitung und auf der Homepage, sowie in Aushängen an den Touristeninformationen vom Gesprächsangebot auf der mobilen Kirchenbank berichten.
Es ist denkbar, dass sowohl Kurgäste als auch einheimische Gemeindemitglieder zu einem Empfehlungsverhalten[7] angeregt zu werden: Gerade die Rückenlehne der Kirchenbank, als Whiteboard gestaltet, könnte eine Kommunikationsfläche für Weiterempfehlungen sein.
Um das Projekt im wahrsten Sinne des Wortes greifbar zu machen, wird überlegt, ob die Kirchenbank an sich als Werbeträger an verschiedenen Stellen in den Stadtgebieten platziert werden kann.[8] Es könnten neue Partnerschaften entstehen: Die örtliche Sparkasse oder Volksbank könnte die Kirchenbank ausstellen. Mit dem Slogan „Jede Bank hat ihren Anlass“ und konkreten Gesprächsterminen in Form von bunten Haftnotizen könnte für das pastorale Projekt weitere Bekanntheit erreicht werden. Die Kundinnen und Kunden der Sparkasse oder Volksbank können sich von der Kirchenbank eine Haftnotiz nehmen und gegebenenfalls auf der Homepage des Projektes weitere Informationen erhalten.
Ein ähnliches Setting im Hinblick auf die Nutzergruppe Gemeindemitglieder wären kirchliche Veranstaltungen, z.B. Gottesdienste oder Gemeindefeste: Die Kirchenbank als Werbeträger wäre sichtbar und zumindest als Sitzgelegenheit austestbar. Eine positive Einstellung zum Projekt kann so erreicht werden. Selbstverständlich wäre ein Ausstellen der Kirchenbank auch in den Touristeninformationen eine konkrete Maßnahme: Die Nutzergruppe der Kurgäste steuert mit einer hohen Wahrscheinlichkeit den Ort an, um gezielt nach Angeboten in der Region zu suchen.[9] Für Kurgäste wird zusätzlich an ein Postkartenmotiv mit Grüßen von der Kirchenbank gedacht: Nach einem Gespräch auf der Kirchenbank erhält der Kurgast diese Postkarte und kann somit vom Projekt und seinem Urlaub im Hochschwarzwald berichten.[10]
[1] Sobetzko, Florian: Gründer*innen Handbuch, S. 275.
[2] Vgl. für den ganzen Abschnitt: Sobetzko, Florian: Gründer*innen Handbuch, S. 278f.
[3] Zur Arbeit mit dem Markensteuerrad und deren Anwendung auf pastorale Projekte vgl. Hahmann, Ursula: Bitte weitersagen: Fürchtet euch nicht. Online im Internet: http://www.futur2.org/article/bitte-weitersagen-fuerchtet-euch-nicht (abgerufen am 10.03.2018).
[4] Vgl. Sobetzko, Florian: Gründer*innen Handbuch, S.281ff.
[5] Vgl. Hahmann, Ursula: Bitte weitersagen: Fürchtet euch nicht. Online im Internet: http://www.futur2.org/article/bitte-weitersagen-fuerchtet-euch-nicht (abgerufen am 10.03.2018).
[6] Gerade die Berichterstattung auf der Internetseite der Erzdiözese Freiburg (www.ebfr.de) hat bei Gemeindemitgliedern große Freude ausgelöst.
[7] Vgl. Hahmann, Ursula: Bitte weitersagen: Fürchtet euch nicht. Online im Internet: http://www.futur2.org/article/bitte-weitersagen-fuerchtet-euch-nicht (abgerufen am 10.03.2018).
[8] Ebd.
[9] Hierbei ist darauf zu achten, dass sich Kurgäste im Durchschnitt 4 Tage im Hochschwarzwald aufhalten. Dementsprechend dürfen zwischen dem Aufstellen der Kirchenbank als Werbeträger und dem tatsächlichen Gesprächsangebot nur wenige Tage sein.
[10] Die Postkarte soll das Markenbild abbilden mit dem Zusatz „Viele Grüße von der Kirchenbank aus dem Hochschwarzwald“. Hierbei handelt es sich noch um eine erste Idee.



